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Hier bringen wir aktuelle Meldungen Aktueller Stand: 18. Mai 2013 |
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Endlich mal ein Wort des Herausgebers: Das Leitfossil – nun schon neun Jahre alt! Seit neun Jahren publizieren wir jetzt das Leitfossil. Die Idee eines solchen Internet-Magazins („Online-Magazins“) bestand bei uns schon früher, aber erst 2004 begannen wir mit der Veröffentlichung. Den Namen fand meine Frau Gabo. Anfangs war das „Leitfossil“ nur ein kleiner Teil der Richter-Fossilien-Reisen-Seite und somit für jedermann frei zugänglich und beitragsfrei. Mir wurde aber schnell klar, dass bei einer sachlich fundierten, optisch eindrucksvollen und vor allem auch vielseitigen und umfangreichen – und sorgfältigen! - Ausführung des Projektes der „Beiplatz“ auf einer anderen Seite nicht ausreichen konnte. Also legten wir das Magazin neu an, auf einer eigenen Seite und mit einem wesentlich größeren Volumen. Um die damit verbundene Arbeit – und da steckt sehr viel Arbeit drin, das können Sie mir glauben! – wenigstens zum kleinen Teil abdecken zu können, machten wir das Magazin gebührenpflichtig: 39 Euro Jahres-Beitrag. Trotzdem ist das Leitfossil finanziell absolut unrentabel. Wenn ich ausschließlich meine eigene Arbeitszeit aufrechne, unberücksichtigt des Zeitaufwandes unserer ehrenamtlich für uns schreibenden Autoren und der technischen Helfer, komme ich auf einen Stundenlohn sehr weit unter dem derzeitigen Mindestlohn. Würde ich kommerziell denken, müsste ich das Online-Magazin sofort aus dem Netz nehmen. Aber das Leitfossil macht mir sehr viel Spaß. Ich habe hier die Möglichkeit, viel Interessantes, Wissenswertes und Hilfreiches weiterzugeben, Besonderheiten anderer Sammler oder auch aus meiner Sammlung zu zeigen und zu kommentieren, neue Erkenntnisse aus der Wissenschaft sammlergerecht aufbereitet zu vermitteln usw. Deshalb betrachte ich es als ein eigenes Steckenpferd über das Sammeln von Fossilien, Geologica und Aberrantem hinaus und deshalb werde ich es mit großem Vergnügen weiter betreiben. Mehrfach wurde angeregt, ein Forum in der üblichen Internet-Art einzurichten, mit der Möglichkeit der beliebten „Oops!“-Beiträge (in den Negativ-Beispielen: Mit Smileys und flotten Sprüchen in ein- bis fünfzeiligen Beiträgen, oft ohne Geist, Verstand und Wissen). Ein Forum in dieser Form werde ich ganz gewiss nicht einrichten. Wenn jemand etwas zu sagen hat, ist er willkommen, er muss es allerdings über die Redaktion tun. Nur so können wir ein gutes Niveau halten. Beim Vergleich unserer Zugriffszahlen mit den Abonnentenzahlen ist ganz klar erkennbar, dass nicht nur die Abonnenten das Leitfossil nutzen, sondern auch eine ganze Reihe von „Schwarzlesern“. Das wird niemals ganz zu vermeiden sein, aber es ist schon sehr ärgerlich, dass gegenüber den ehrlich bezahlenden Abonnenten auch eine ganze Schar von Parasiten vom Leitfossil profitiert. Zum einen gelangen die persönlichen Zugangsdaten wohl auch versehentlich zu solchen Leuten, zum anderen werden sie von den Abonnenten bewusst weitergegeben. Wir werden in den nächsten Wochen allen Abonnenten neue Zugangsdaten schicken und bitten ganz dringend darum, diese nicht an andere weiter zu geben. Wer ein wirklicher Sammler ist und das Leitfossil gerne nutzen möchte, kann sich gewiss auch die 39 Euro Jahresbeitrag leisten. In diesem Sinne bedanke ich mich ganz herzlich bei denjenigen Abonnenten, die gute Freunde und Zusammen-Sammler sind und trotzdem jeder sein eigenes Abonnement beziehen: Meine Hochachtung vor Ihrer Ehrlichkeit! Ich bedanke mich bei allen Abonnenten für die bewahrte Treue und werde mich weiterhin bemühen, ein vielseitiges, praktisches, unterhaltsames und insgesamt hilfreiches Magazin zu publizieren. Ich hoffe, Sie werden bei mir bleiben und ich hoffe, dass neue Abonnenten den Weg zu mir finden werden! Meinen Korrespondenten Dr. Silvio Brandt, Heidi Friedhoff, Hartmut Huhle, Prof. Dr. Helmut Keupp, Dr. Ralf Krause, Uwe Ryck, Uli G. Sauerborn, Manuel Saura Vilar, Victor Schlampp, Erich Stein, Dr. Frank Stiller, Siegfried Wiescholek und Walter F. Zenske, allesamt gute Freunde, meinen Autoren (darunter auch viele gute Freunde) und technischen Helfern wie unserer Tochter Melly danke ich für die großartigen Beiträge und für die viele ins Leitfossil investierte Arbeit! In diesem Sinne bin und bleibe ich mit herzlichen Grüßen Ihr Andreas Richter!
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Das "Leitfossil" ist ein Online-Magazin Richtung für Fossiliensammler, die umfassend interessiert sind. Die Beiträge erscheinen ohne festgelegten Rhytmus. Im Jahr 2011 waren es ca. 365 Beiträge (also im Durchschnitt fast jeden Tag Im Januar startet jeweils eine neue Ausgabe, weshalb man immer nur im Rhytmus des Kalenderjahres buchen kann.Ein Abonnement beginnend zu einem beliebigen Zeitpunkt im Jahr mit der Dauer eines Jahres ist nicht möglich. Das Abo umfasst immer das jeweilige Kalenderjahr. Das muss so sein, weil beim Freischalten eines Zugangs - sei dies im Januar, Wer spät im Jahr einsteigt, hat die Möglichkeit, die Jahres-CD (5 Euro) zu kaufen und hat dann alle
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390 Beiträge auf ca. 1950 Seiten (Internet-Explorer Druckvorschau A 4), mit ca. 3440 Abbildungen. Leitfossil.de - die CDs der bisherigen Jahrgänge:
2004: 270 Beiträge (inklusive der bereits 2003 erschienenen Beiträge) mit ca. 1200 Abbildungen. Ab Jahrgang 2010 führten wir eine Format-Änderung bei der Darstellung durch – die Breite von Text und Bild wurde um knapp ein Drittel erhöht – wir können nun entsprechend größere Bilder publizieren. Die CD-Darstellung erfolgt ab hier (gegenüber der bisherigen PDF-Version) in der aus dem Internet gewohnten Form als HTM-Dokument, also dargestellt und nutzbar wie die Life-Internet-Seite. 2010: 330 Beiträge auf ca. 1800 Seiten (Seiten-Rückgang gegenüber 2009 wegen des verbreiterten Satzspiegels; Internet-Explorer Druckvorschau A 4), mit ca. 3800 Abbildungen. Preis je CD 5 Euro für Abonnenten des jeweiligen Jahrgangs. Nicht-Abonnenten bezahlen für die CDs jeweils 44 Euro (außer Jahrgang 2004: 25 Euro). Bestellen mit eMail: a.e.r.fossilien@t-online.de
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Gesamtregister für die Leitfossil-Jahrgänge von 2004 bis 2012: Umfassendes Gesamtregister (gegliedert in ein Autorenregister und ein Sach- und Fossilnamen-Register) für alle bisherigen Jahrgänge von Leitfossil.de in neuester Version erschienen! Sie finden in diesem Register schnell und problemlos Fundregionen, Fundstellen, Schichtbezeichnungen, Fossilnamen, Hilfsmittel, Autorennamen usw. Mit den Angaben im Register ist das gezielte Suchen der jeweiligen Publikationen auf den diversen Jahrgangs-CDs möglich. Einige beliebige Beispiele: Das Register liegt in Form eines Word-Dokuments vor. Darin kann mit der Suchfunktion nach Stichworten gesucht werden, auch in zusammenfassender Art. Die jetzt vorliegende Version 4 (Jahrgänge 2004 bis 2012) hat 828 Seiten (A4 quer) mit rund 29000 Stichworten und einer Gesamtwortzahl von knapp 297000. Das Register kann direkt beim Ersteller Walther F. Zenske bestellt werden. Die CD kostet 17 Euro inklusive Versand. Bestellen bei Walther F. Zenske mit eMail: fossilienwalther@web.de
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Paläontologisches Museum München Fossilien des Monats April: Runzelkoralle Strombodes stellaris aus Gotland (Simon Schüppler & Martin Nose; 18.5.2013) (2 S., 1 Abb.) Für einige Zeit sind noch die folgenden Beiträge aus dem Jahrgang 2012 zugänglich: Endlich mal ein Wort des Herausgebers: Das Leitfossil - nun schon neun Jahre alt! (Andreas E. Richter; 1.12.2012) (1 S.)
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Das Fossil des Monats April: Runzelkoralle Strombodes stellaris Silur; Hemse-Schichten (Absolutes Alter ca. 422 Millionen Jahre). Breite des Fossils 24 Zentimeter. © Paläontologisches Museum München.
Die Insel Gotland ist die größte schwedische Insel und die zweitgrößte Insel der Ostsee. Ihren Namen verdankt sie dem germanischen Stamm der Goten. Die Insel gilt als ein geologisch-paläontologisches „Dorado“, da sie eine Vielfalt von weltweit bedeutenden fossilreichen Sedimentablagerungen aufweist mit denen man das Leben in den Meeren der Silur-Zeit (439 – 409 Ma) rekonstruieren kann. Die Schichten sind dabei sehr gut erhalten, da sie weder tektonisch stark beansprucht, noch von anderen Schichten großartig überlagert worden sind. Zur Zeit des Silurs war das heutige Schweden Teil des Urkontinents Baltica, gelegen im Äquatorialbereich. Unter tropischen Bedingungen konnten sich daher im warmen Flachwasser viele Organismen, u.a. altertümliche Korallen und Meeresschwämme (Stromatoporen) ansiedeln und große Riffkomplexe bilden. Die Silur- und Devon-Zeit stellen die größte Blütephase der Riffe in der gesamten Erdgeschichte dar. Ein ausgeglichenes warm-tropisches Klima sowie ein außergewöhnlich hoher Meeresspiegel begünstigte die weltweite Verbreitung von Riffen bzw. die Bildung von gigantischen Riffgürteln mit über 1000 km Länge. Strombodes stellaris ist eine Koralle, die der ausgestorbenen Ordnung der Rugosa (Runzelkorallen) zuzuordnen ist. Diese gehört wiederum zum Stamm der Cnidaria (Nesseltiere). Vor allem im Paläozoikum zählten die rugosen Korallen, zusammen mit Bödenkorallen (Tabulata) und Meeresschwämmen (Stromatoporen) zu den wichtigsten Riffbildnern. Als Spezialist für das Weichsubstrat konnten sich viele Runzelkorallen, v.a. die solitären Formen, mit Hilfe von wurzelähnlichen Auswüchsen („Schleppen“) im Untergrund verankern. Das Skelett der Rugosa besteht aus Karbonat, welches in Form von winzigen Calcitnadeln aufgebaut wird. Die Basis bildet dabei eine kleine „Fußplatte“ (Basalplatte), welche durch vertikale, radial stehende Septen gegliedert wird. Umgeben wird dieser Aufbau in der Regel von einer festen Wand, der sogenannten Epithek. Auf der Basalplatte der Koralle konnte sich dann ein oftmals zylinderförmiger Polyp verankern, der im Laufe des Wachstums nach unten weiteren Kalk abschied und somit das Kalkskelett auch weiter konstruktiv aufbaute. Das Einschalten bzw. die Bildung von neuen Septen erfolgte bei den Runzelkorallen in vier Sektoren, was häufig zu einer zweiseitigen Symmetrie führte im Gegensatz zu den heutigen radiärsymmetrischen Steinkorallen. Dieser zum damaligen Zeitpunkt insgesamt neuartige Aufbau scheint ein großer Vorteil gegenüber anderen marinen Gruppen gewesen zu sein, sodass eine schnelle Radiation der Rugosa ab dem mittleren Ordovizium möglich war. Die Wachstumsgeschwindigkeit sowie das Alter einzelner Rugosa ist in der Regel an der runzeligen Epithek zu erkennen. Die einzelnen Ringe entsprechen Zuwachsstreifen, die offenbar saisonalen bzw. täglichen Rhythmen folgen. Durch das Abzählen der Ringe bzw. Runzeln lässt sich feststellen, dass das Jahr im Devon bis zu 400 Tage hatte. Dieser Umstand geht auf eine Verlangsamung der Erdrotation (v.a. durch Gezeitenreibung) im Laufe der Erdgeschichte zurück. Zu Beginn des 20sten Jahrhunderts unterteilte der Geologe Johan Ernhold Hede die silurischen Schichten Gotlands (Llandovery bis Ludlow) anhand der jeweiligen Gesteinsarten und Fossilgesellschaften in 13 verschiedene, z.T. noch heute gültige stratigraphische Haupteinheiten. Eine Einheit davon sind die Hemse-Schichten, benannt nach der Gemeinde Hemse. Snoder, Fundort unseres Fossil des Monats, liegt in dieser Schicht. Diese, bis zu 100m mächtige Gesteinseinheit besteht im Nordosten aus Kalkstein und im Südwesten aus Mergelgestein. Der fossilreiche Kalkstein beinhaltet vor allem große Riffkörper, aufgebaut aus Korallen und Stromatoporen. Die rugosen Korallen kommen sowohl solitär als auch kolonial vor. Strombodes stellaris stellt dabei eine Form dar, die eine ästig-verzweigte Kolonie bildet. Sie wuchs als „Sedimentfänger“ und wurde in tonigem Kalkschlamm eingebettet, der zwischen den einzelnen Korallenästen überliefert ist. Die heute noch lebenden scleractinen Korallen (Steinkorallen) haben zwar grundsätzlich einen ähnlichen Aufbau wie die Rugosa, sind allerdings nicht mit ihnen verwandt. Simon Schüppler & Martin Nose, München.
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Die Fossilien des Monats März: Drei Ammoniten aus der Untertrias von Timor: Untertrias, Smithian (absolutes Alter ca. 250 Millionen Jahre). Stufe maximal 28 cm. © Paläontologisches Museum München. BSPG 2011 XLVII 3
Das Fossil des Monats ist eine Stufe mit drei gut erhaltenen Exemplaren des Ammoniten Brayardites compressus aus der frühen Trias der indonesischen Insel Timor. Diese Ammonitenart wurde erst vor wenigen Jahren aus altersgleichen Schichten in Tibet von einem Zürcher Wissenschaftlerteam entdeckt und benannt. Timor ist berühmt für seine Vorkommen von hervorragend erhaltenen triassischen Ammoniten, die in oft rötlichen Kalken eingebettet sind. Die Rotfärbung rührt von fein verteiltem Eisenoxid her. Die Kalke lagerten sich auf küstenfernen Untiefen des damaligen Ozeans ab. Sie sind sehr reich an Cephalopoden (Kopffüßern), zu denen die Ammoniten und die heutigen Tintenfische zählen. Kopffüßer einschließlich der Ammoniten lebten überwiegend frei schwimmend. Bodenlebende Meerestiere, wie Schnecken und Muscheln, sind in den triassischen Kalken Timors im Vergleich zu den Ammoniten eher selten. Auf Timor findet man fossilreiche Kalkblöcke aus der Triaszeit in der weiteren Umgebung des Ortes Baun. Allerdings stehen diese Kalkblöcke nicht mehr in ihrem ursprünglichen geologischen Zusammenhang, sondern wurden in jüngerer erdgeschichtlicher Zeit (vor wenigen Millionen Jahren) durch Schuttströme umgelagert. Die meisten Blöcke mit reicher Fossilführung sind obertriassischen Alters. Blöcke aus der unteren Trias (wie dem Fossil des Monats) sind hingegen selten. Ammoniten aus dieser Zeit sind besonders interessant, weil sie kurz nach dem größten Massenaussterben der Erdgeschichte lebten, dem Perm/Trias Massenaussterben. Die Ammoniten waren von dieser Katastrophe, die vor 252 Millionen Jahren stattfand, schwer betroffen. Sie starben bis auf wenige Formen aus. Allerdings erholten sich die Ammoniten sehr schnell und erlebten schon in der unteren Trias eine erste Blüte nach dem Massenaussterben. Die Gruppe der Ammoniten entstand vor über 400 Millionen Jahren und starb vor 66 Millionen Jahren am Ende der Kreidezeit aus. Innerhalb dieser Zeit waren sie von großer Bedeutung. Es ist kennzeichnend für die Ammoniten, dass sie während der großen Massenaussterben in der Erdgeschichte jeweils kurz vor dem Erlöschen standen, sich aber dann wieder schnell erholten. Sie waren aufgrund ihrer Lebensweise und ihres Stoffwechsels zwar anfällig für Störungen der Ökosysteme, konnten aber ihre alte Stellung schnell wieder einnehmen, wenn sich die Ökosysteme wieder stabilisierten. Im Fall des Perm/Trias Massenaussterbens war vermutlich ein außerordentlich starker Vulkanismus im heutigen Sibirien für die Krise verantwortlich. Es wurden dabei große Mengen an Kohlendioxid und anderen giftigen Gasen frei. Ferner löste der Vulkanismus tiefgreifende klimatische Änderungen aus. Gut erhaltene Vertreter der Ammoniten (wie das Fossil des Monats) aus der Zeit unmittelbar nach großen Katastrophen helfen, den Einfluss globaler Krisen zu erkennen und zu verstehen. Alexander Nützel, München.
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Wir treffen uns an den angegebenen Terminen (in der Regel ein Freitagabend, meist der dritte Freitag im Monat) ab 19 Uhr. Beginn der Vorträge etwa 20 Uhr 30. Treffpunkt ist die Sportgaststätte Hammel (Hammel liegt westlich von Neusäß, bei Augsburg; Autobahnausfahrt Adelsried). Unser Programm besteht aus Vorträgen (auch allgemein naturkundlichen oder landeskundlichen Inhalts). Dazu kommen im Jahresverlauf verschiedene Veranstaltungen. An jedem Vortragsabend erzählt eines der Mitglieder in Form eines Kurzreferates. Dabei werden Fundstücke vorgestellt oder es wird über interessante Erlebnisse berichtet, in einer etwa fünf Minuten dauernden freien Darstellung. Kontaktadresse für Informationen: a.e.r.fossilien@t-online.de. Wir freuen uns über Gäste und neue Fossilienfreunde! Unser Programm für 2013 18. Januar 2013
Norbert Polkehn, Meitingen: Der Referent berichtet von einer Kreuzfahrt von New York über Baltimore, Charleston, Miami, Nassau, Ocho Rios, Santo Domingo nach La Romana. Diverse Highlights machten diese Reise zu einem sehr eindrucksvollen Erlebnis, auch aus der Sicht eines Fossiliensammlers [siehe hierzu den Artikel des Referenten über dominikanischen Bernstein: „Auf Bernsteinkurs in die Karibik“ (Leitfossil.de, Konglomerat; 3.2.2013)]. Kurzvortrag von Franz Tausch über einen prunkvollen marokkanischen Fossilrahmen.
15. Februar 2013
Uwe Ryck, Polling-Oderding: An der Stelle des früheren „Rancho La Brea“ mitten in Los Angeles liegt der Hancock Park mit dem weltberühmten „George C. Page Museum“. Auf dem Gelände gibt es noch einige natürliche Asphalt-Vorkommen und Ausgrabungs-Stätten in „Tar-Pits“, wo nach wie vor Fossilien gesammelt werden aus einer Zeit vor 21000 bis 14000 Jahren. Im Museum sieht man die spektakulärsten Objekte aus rund 150 Jahren Grabungen: Mammuts und Mastodonten, Säbelzahntiger, den riesigen „Kurzgesichtigen Bär“ und Riesenfaultiere, aber auch vertraute Arten wie Kamele, Löwen, Antilopen, Tapire und Pferde. Viele der Arten überlebten das Ende der letzten Eiszeit nicht. Auf dem kleinen Bild links unten wird unser Uwe mit einem Tar-Pit-Vogelknochen geködert, einen Artikel über das wunderbare Museum zu schreiben [es hat geklappt: "Das Page-Museum in Los Angeles" (Uwe Ryck; 4.11.2010; Museen; 23 S., 36 Abb.)]. 22. März 2013
Bernhard Sebald, Dinkelscherben: Der Vortragende zeigt uns Teneriffa, wie man es sich vorstellt: Er nimmt uns mit zu Streifzügen kreuz und durch die Insel, zeigt uns den mächtigen Vulkan Teide, wildromantische Landschaften im Landesinneren wie auch an der Küste und eine faszinierende Flora mit vielen endemischen Formen, malerische Ortschaften und Delfine draußen vor der Küste. 19. April 2013
Siegfried Schwaiger, Wielenbach: Wer gerne bei scharfem Wind, der einem die Vulkanasche in die Augen treibt, begleitet von kalten Regenschauern auf Berge steigt, ist hier richtig. Aber auch Menschen, die jeden Tag ein heißes Thermalbad nehmen wollen und gerne Fisch oder Lamm essen, kommen auf ihre Kosten. Auf seinen Reisen rund um die Insel und auf verschiedenen Wegen in das Landesinnere hat der Referent beides erlebt. Die Bilder beschreiben die Vielfalt Islands: Düstere Vulkan-Landschaften, Springquellen, Wasserfälle, wunderschöne Küsten und einiges mehr! 17. Mai 2013
Siegfried Wiescholek, Nürnberg: Der Referent berichtet über den ehemaligen Dachschiefer-Bergbau in Lehesten und er erzählt von der Herstellung von Schiefertafeln und Schreibgriffeln - älteren von uns denken an die Grundschul-Zeit zurück. Er macht auch einen Abstecher zu den berühmten Karbon-Fossilien von Ilmenau. 21. Juni 2013
Hannes Peschl, Laufen an der Salzach: Nationalparks, Geologie und Fossilien im Westen der USA - eine Reise vom Vulkan Mt. St. Helens im Nordwesten der USA bis zum Petrified Forest im heißen Süden von Arizona und von San Francisco am Pazifik bis zu den Badlands in den Prärien östlich der Rocky Mountains. 19. Juli 2013
Uli Sauerborn, Aalen: 230 bis 150 Millionen Jahre alte Keuper- und Jura-Sedimente bauen die facettenreiche und faszinierende Landschaft der östlichen Schwäbischen Alb auf. Auf recht kurzer Distanz lässt sich hier die typische schwäbische Schichtstufen-Landschaft zwischen der Schwäbischen Alb bei Aalen und dem Keuper-Bergland bei Ellwangen perfekt studieren und kennen lernen. Neben dem landschaftlichen und geologischen Aufbau stellt der Vortrag in aussagekräftigen Bildern natürlich auch eine Auswahl der darin vorkommenden interessanten und schönen Fossilien vor. Vorbesprechung zu unserer Plattenkalk-Fahrt am 24. August 2013. 24. August 2013
Exkursion in das Plattenkalk-Revier der Südlichen Frankenalb: Wir machen eine Plattenkalk-Fahrt mit dem Höhepunkt eines Besuches bei einem Freund, der eine sensationelle Plattenkalk-Sammlung hat. Er zeigt sie normalerweise nicht her, aber für uns macht er eine Ausnahme. Genaueres wird am 19. Juli bekannt gegeben. Die hier gezeigten Fossilien stammen aus einer bescheidenen Sammlung und sind nur Stellvertreter.
Die Herstellung von Platt-Fossilien für die Solnhofener Plattenkalke. Cartoon Gabo Richter, 1998. 27. September 2013
Prof. Dr. Michael Krings, München: Wir gehen einen neuen Weg und machen mal statt eines komplexen Vortrages eine botanisch-paläobotanische Fragestunde. Auf diese Art können wir endlich Dinge erklärt bekommen, die wir nicht wissen, die uns unverständlich oder unbegreiflich sind. Jeder darf fragen und Michael Krings wird antworten, gewiss erschöpfend und gut verständlich. Eine Frage von Gabo wird sein: Warum verfärbt sich das Laub im Herbst? Eine meiner Fragen ist: Was ist eine Frucht, eine Nuss, was ein Kern und was ein Same? Und was ist das röhrenartige Objekt rechts unten? 18. Oktober 2013
Prof. Dr. Helmut Keupp, Berlin: Timor gilt als das Paradies der tethyalen Trias-Faunen. Das große Artenspektrum und die exzellente Erhaltung mit dem charakteristischen schwarzen Überzug durch Manganoxid-Krusten entspricht den typischen Hallstätter Rotkalken in den Nördlichen Kalkalpen bzw. in Epidavros/Griechenland. Im Juli/August 2008 führte der Referent eine Expedition nach Timor durch. Er berichtet davon, erzählt von den Strapazen, den Aha-Erlebnissen beim Auffinden und Bergen der phantastischen Fossilien, vom Leben dort und vom Bangen, ob die Fossilien dann endlich in Berlin ankommen werden. Die triadischen Kalkblöcke dort auf Timor führen eine reiche Fauna: Ceratiten, Ammoniten, Nautiliden, Aulacoceraten, Muscheln, Schnecken, Brachiopoden und Crinoiden. Es gibt kein Anstehendes – die Gesteine müssen in den Fluss- und Bachtälern gesucht werden. Das Zerlegen der erratischen Blöcke erfordert einen hohen Krafteinsatz und entsprechend schweres Gerät, so dass man einheimische Träger dabei haben muss, die auch - oft mehrfach am Tage - die gewichtige Ausbeute über die steilen Hänge nach oben schleppen. Siehe auch Leitfossil.de (2008): "Trias-Ammoniten auf Timor/Indonesien: Durchs Fegefeuer ins Paradies" (Helmut Keupp; 25.8.2008; Fundstellen; 16 S., 17 Abb.). 15. November 2013
Dr. Danylo Kubryk, Kirchheim bei München: Danylo Kubryk berichtet über eine Causses-Exkursion mit seinem Bruder Stephan. Er erzählt über Grundsätzliches, Fundstellen und Fundschichten, Präparation und Bestimmungsarbeit. Allein in diesen fünf Tagen kamen über 90 Arten ästhetisch schöner Fossilien (meist Ammoniten) zusammen, die in Lateral- und Venter-Ansichten gezeigt werden. 13. Dezember 2013
Uli Lieven, Bedburg: Uli Lieven erzählt von einem neun Meter langen und mordsmäßig dicken miozänen Baumstamm der Art Taxodioylon germanicum, der 2011 im Tagebau Garzweiler (Kölner Bucht) gefunden wurde. Er lag 150 Meter unter der Oberfläche, bis die Bagger kamen. Die Bergung war mühsam, es folgte das Abenteuer des Festigens, Sägens und Konservierens, denn: Es sollen Scheiben werden (Brotzeit-Brettle?)!
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Das Leitfossil ist nun bereits im zehnten „Veröffentlichungs-Jahr“. Erstmalig im Netz erschien das Leitfossil mit Beginn des Jahres 2004. Kaum ein Leser hat wohl einen Überblick über die Anzahl der Beiträge. Bei der Ausarbeitung des Gesamtregisters erstellte ich mir ein tabellarisches Kontrollblatt zur Überprüfung der Artikel in den jeweiligen Rubriken. Aus reiner Neugier addierte ich die Anzahl der Artikel der einzelnen Jahrgänge und kam am 31.12.2012 auf die stattliche Anzahl von 2.915 veröffentlichten Beiträgen und Hinweisen. Über die exakte Anzahl kann man streiten, da beispielsweise ausführliche Vorschauen und Rückblicke der Richter-Reisen, Ankündigungen über Börsentermine und Sonderausstellungen wie auch die Inserate in der Rubrik ForumFossil der Anfangsjahre in meiner Addition nicht berücksichtigt wurden. Gerade die Reise-Beiträge faszinieren durch die Landschaftsaufnahmen und andererseits ist auf vielen Bildern deutlich zu erkennen, dass das gemeinsame Hobby verbindet. Erfasst habe ich dennoch nur die Beiträge, die auch auf den erhältlichen Leitfossil-CD's nach zu lesen sind. Früher, genau seit 1984, gab es für mich als „aktuelle“ und informative Zeitschrift nur die 6 Hefte pro Jahr der Fossilien-Zeitschrift vom ehemaligen Goldschneck-Verlag. Das war vor fast 30 Jahren. Durch das Leitfossil ist es heute problemlos, von aktuellen Fundstellen zu erfahren oder auch welche zu vermitteln, wenn man schreiben will. Und man kann eine Unmenge interessante geologische wie auch paläontologische Informationen abrufen. Eine neue im Fossilien-Heft bekannt gegebene Fossilfundstelle gehörte beim Versand des Heftes mitunter schon wieder der Vergangenheit an. Also ein klarer Vorteil des Leitfossils - heute lesen und morgen hinfahren! Ich möchte mal wissen, wie viele Stunden Arbeit in der Summe Gabo und Andy hierfür investieren mussten, für Fotos, Lagepläne zeichnen, Texte schreiben, für Recherchen und alles andere. Was hat sich gegenüber 2004 verändert? Am auffälligsten natürlich die Bildqualität ab dem Jahrgang 2009. Die Rubrik „Galerie“ unter ForumFossil wurde nach dem ersten Jahr eingestellt und noch im gleichen Jahr durch die Rubrik „Monatsfossil“ ersetzt. Beiträge sind in den letzten drei Jahren umfangreicher geworden und mit mehr Bildern versehen. Erstmalig erschien 2012 die Rubrik „Bilderbuch“ mit interessanten Landschafts-/Naturaufnahmen sowie Fossilien. Andreas hat von 2004 bis 2012 exakt 1180 Artikel veröffentlicht, eine bemerkenswerte Leistung. Andreas E. Richter bietet in seinem Leitfossil dem Leser durch seine jahrzentelangen Erfahrungen ein breites Band an Informationen. In einer übersichtlichen Unterteilung in verschiedene Rubriken ist es für die Leser möglich, auf Aktuelles oder für sie speziell Interessantes schnell zuzugreifen. Wer Hilfe sucht, findet sie im Leitfossil oder per eMail bei Andy. Jeder Leser hat die Möglichkeit, seinen Beitrag zu leisten - so wie es die Korrespondenten bereits tun. Deshalb wäre es durchaus wünschenswert, wenn auch weitere Leser ihr Wissen, eine Fundstelle oder ihr schönstes und/oder interessantestes Fossil den zahlreichen Lesern zugänglich machen würden. Hier hat Sönke Simonsen sicherlich recht, wenn er sagt: „Leser, präsentiert euch im Netz“. Jeder Sammler sollte Wissen und Erfahrungen weiter geben, so wie er aber auch von anderen profitieren kann. Nun wünsche ich Gabo und Andy für die hoffentlich noch folgenden 3000 und mehr Beiträge Freude an der Artikelgestaltung, Ideen zum Schließen der Lücken bei noch nicht oder kaum besprochenen Themen und Fossilien sowie die dafür erforderliche Gesundheit! Weiter so! Euer Walther!
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Die Associación Paleontolológica d'Onda, ein Zusammenschluss von Fossilienfreunden, Amateuren wie Fachleuten, hat vier neue Poster mit Abbildungen von Seeigeln publiziert.
Die Poster behandeln die Acroechinoidea & Carinacea (2 Poster) und die Spatangoida (2 Poster). Abgebildet sind je Poster 34 bis 37 Seeigel dieser Gruppen, ausgewählt schöne Exemplare in optimaler Abbildungsqualität. Die Fotos wurden von Manolo Saura Vilar und Juan Antonio García Vives gemacht. Die Poster geben einen ausgezeichneten Überblick über die jeweiligen taxonomischen Einheiten, sind eine gute Bestimmungshilfe und zudem ein großartiger Wandschmuck. Die Poster können am Infostand der Associación Paleontológica d'Onda auf der Börse in Sainte-Marie-aux-Mines
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Wir treffen uns jeden 3. Donnerstag im Monat (außer August) im Sportheim, Komotauer Straße 2, Raum 260,
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(12. Dezember 1963 – 16. Februar 2013)
Robert „Eifelyeti“ Leunissen hat uns verlassen. Er starb in Frieden und Würde am 16. Februar 2013. Wer ihn kannte, wusste um seine gesundheitlichen Probleme und auch darüber, dass es letztendlich keine Hilfe geben konnte. Er selbst wusste das am allerbesten. Er war ein ganz besonderer Mensch, und wir alle schätzten und mochten ihn. Und wir werden ihn ganz gewiss niemals vergessen. Etwas ganz Besonderes war für mich seine immerwährende gute Laune – ich hab in all den Jahren nie erlebt, dass er „schlecht drauf“ gewesen wäre. Robertchen war ein Original von seltener Qualität, immer direkt, ehrlich, geradeaus, hilfsbereit, laut und herzlich, trinkfest, voller guter Ideen und auch voller Blödsinn. Hier in Bayern sagt man „Pfundskerl“ zu so einem Typen. Er war bereits zu Lebzeiten eine Legende – unzählige Geschichten und Histörchen gab/gibt es zu erzählen. Manchmal ging es da durchaus ein wenig derb zu, aber eines war es nie: Langweilig! Bei der Eifel-Exkursion 1991 – wir waren mit einem großen Reisebus unterwegs – führte er uns mitten auf das Betriebsgelände eines großen Steinbruches, zur Arbeitszeit. Überall Leute, Autos, Betrieb eben. Robertchen sagte links, rechts, links, hier halten – „und jetzt macht mal, Leute, jeder nimmt sich ein Schippchen, und dann schnell weiter...“. Das war die Lokalität „Blechhütte“, und wir nahmen mitteldevonische Mergel von hier mit wegen der reichen Mikrofauna (vor allem Stachelhäuter-Reste). Äh, waren wir angemeldet oder was? „Angemeldet, wofür das denn? Kein Mensch denkt, dass hier ein Reisebus ohne Anmeldung reinfahren würde...“.
Links auf einer der Petrefakta-Veranstaltungen. Rechts oben Robert zusammen mit einem guten Freund, Ben Duppen, bei Richters 1990. Irgendwas passt ihm scheinbar nicht - Vorsicht – könnte sein, dass er beisst! Rechts unten nochmals ein Petrefakta-Bild. Ich kannte ihn seit den späten achtziger Jahren. Er besuchte uns mehrmals hier in Augsburg, wir trafen uns auf Börsen und er leitete 1991 eine Eifel-Exkursion für Richter-Reisen. Das waren allesamt ganz besondere Erlebnisse!
Eifel-Exkursion 1991: Gruppenbild vor dem Gasthaus zur Tröht in Gees, ein traditioneller Sammlertreff. Der Chef Robert steht ganz rechts. Dazu: Im Verlaufe der von ihm geführtem Eifel-Exkursion nahm er die quiekende Frau Erkens, setzte sie sich wie ein Kind auf den Arm und meinte: "Sie wiegen ja kaum so viel wie ein Ferkelchen...". Frau Erkens sehen wir auf dem Bild vorne rechts der Mitte, in der hellen Jacke.
Der Eifel-Yeti in seinem Element, über die steinigen Eifel-Felder robbend, von Erdmann bedroht (was macht der überhaupt mit einem Hammer auf dem Feld?). Und auf dem Bild in der Mitte sehen wir, wie Robert einen Zaun in Ordnung bringt - solche Sachen wie kaputte Zäune kann er schon gar nicht leiden: Ordnung muss sein! Rechts war er wieder mal voll im Dreck, der Bub!
Na ja, die Exkursion im Herbst 1991 war teils schon ein wenig schmutzziehend, wie man am Robert sieht. Aber ganz klar, wer sich einbringt und was tut, wird eben schmutzig. Bernd Sendzik und Giesbert Hohns sehen sauber aus, die waren also faul. Fällt in Sammlerkreisen das Wort „Eifel“ im personenbezogenen Sinn, dann kommt automatisch „Yeti“ nach - Robert war der „Eifel-Yeti“. Unter diesem Namen kannten ihn alle Fossiliensammler. Er war in weiten Sammlerkreisen bekannt und beliebt, ein witziger Bursche, der nicht nur durch seine Größe auffiel. Es gibt wohl kaum Sammler in Deutschland, die ihn nicht kennen, ganz bestimmt aber keine Sammler, die in der Eifel unterwegs sind. Robertchen stammte aus einem netten Elternhaus - alle sind groß bis riesig, außer der „zwergwüchsigen“ (= normal) Schwester Helma ("...man musste immer aufpassen, wenn man sich hinsetzte, damit sie nicht zerdrückt wurde..."). Lehre, dann Arbeit im Stahlbau und in einer Gießerei, bis ihn Probleme mit den Bandscheiben für derlei Dinge untauglich machen (glücklicherweise aber nicht fürs Fossiliengraben - schonend natürlich). Von Kindesbeinen an sammelte er in der Eifel. Alles Fossile wurde mit nach Hause genommen. Mit einigen Zwischenhalten (auch ein bisschen Rockern) ging das so weiter. Sein besonderes Gebiet aber wurden die Crinoiden, die er weltweit und aus allen Schichten sammelte, wobei allerdings auch hier das Eifeldevon ganz eindeutig einen Schwerpunkt bildete. Seine Kenntnis von Lagerstätte, Schicht und Fossil war unglaublich. Er fand ganz besondere Fossilien, und wenn wissenschaftlich bedeutsame Stücke dabei waren, gab er sie auch bereitwillig an Fachleute ab zur Bearbeitung. Entsprechend wurden auch viele neue Arten zu seinen Ehren benannt. Einige Beispiele: Die Schnecke Nodeuomphalus leunissi HEIDELBERGER & BANDEL, 1999, aus dem Mitteldevon der Eifel; Durch seine rege Sammeltätigkeit baute sich Robert viele Kontakte auf. Er arbeitete mit Museen und Instituten zusammen, half wo er konnte und stellte auch Fossilien zu Ausstellungs-Gestaltungen zur Verfügung. Für die Neueinrichtung des Augsburger Naturmuseums z.B. lieferte er reichlich Material; fürs Riffmuseum Gerstetten baute er höchsteigenhändig ein devonisches Korallenriff auf. Sowohl beim Sammeln wie auch bei der Präparation leistete er Besonderes. Acker-Fundstellen beging er nicht, nein, er kroch durch die Furchen und achtete akribisch auf den Kleinkram. Aber er konnte natürlich auch hinlangen – wenn man ihn graben sah, wurde man vom Zuschauen müde. Gerne sammelte er an der berühmten „Rommersheimer Trasse“, in Sötenich und sonstigen Steinbrüchen in den Eifelmulden. Er entwickelte eigene Präparations-Methoden zum Beispiel für die Korallen aus dem Meerbüsch. Aber er fuhr auch mal weit weg zum Sammeln, z.B. zur berühmten Crinoiden-Lokalität Clitheroe in Nordwest-England, nach Italien und Frankreich, nach Tschechien, nach Ungarn und nach Gotland. Über das Interesse an den Fossilien hinaus war er umfassend an der Natur interessiert. Er wusste Bescheid über die Pflanzenwelt der Eifel (mit Schwerpunkt Orchideen) und über Insekten und Spinnen. Ich denke mit großem Vergnügen zurück an einen Vortrag über „Flora und Fauna der Eifel“, gehalten 1991 damals in Prüm. Er wird uns sehr fehlen und wir werden ihn nicht vergessen!
Auf der Börse in Saine-Marie-aux-Mines. Robertchen mit einer seiner Größe angepassten Platte mit Seelilien aus dem Devon Marokkos.
Es darf auch mal ein Gläschen Wein sein, ein Roter aus dem Elsass. Kann man das trinken? Probieren wirs direkt mal... Na also, geht doch!
Robertchen auf der Petrefakta, wo sein Tisch immer gut war für Überraschungen und Interessantes. Eingeblendet ein Bild von der Börse in Bergisch-Gladbach.
Na, da kann er aber mal lachen, unser Robert!
Abends dann beim Essen in der Kneipe - das war immer sehr stimmungsvoll und sehr laut...
Dr Jekyll & Mr. Hyde - na ja, Robertchen konnte schon auch grantig schauen... Wir zeigen im folgenden hervorragende Präparations-Arbeiten von Robert Leunissen - Sammelstücke des Jahres 2009. Die Korallen stammen aus dem Mitteldevon (Givet, Loogh-Schichten) der Hillesheimer Mulde. Sie mussten mit hohem Aufwand aus einem Crinoidenreste führenden verbackenen Kalkmergel freigearbeitet werden, was er meisterhaft konnte.
Links eine Lateral-Ansicht der Art Macgeea bathycalyx (Höhe 8 cm). Rechts Thamnophora sp.
Draufsicht auf die Koralle der Art Macgeea bathycalyx.
Remesia sp.; ein graziler Korallenstock in zwei Ansichten (Höhe 6 cm).
Tschüss, Alter!
Fotos A.E.R. & Walther F. Zenske.
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Das Fossil des Monats Februar: Fossile Bohrgänge der Muschel "Teredo" sp. Pliozän (absolutes Alter ca. 3 Millionen Jahre) Breite 36 cm. © Paläontologisches Museum München. Foto M. Schellenberger. BSPG 2012 I 39
Kaum eine Muschel verbreitet in den Meeren so viel Schrecken wie die Schiffsbohrmuschel Teredo , die fälschlicherweise auch Schiffsbohrwurm genannt wird. In früheren Zeiten, als Schiffe und Uferbefestigungen überwiegend aus Holz gefertigt wurden, verursachte die Muschel große Schäden. Laut seinen Logbüchern verlor Christoph Kolumbus durch Teredo zahlreiche Schiffe; in den Niederlanden ließ die Muschel hölzerne Tore in den Deichen wie Kartenhäuser in sich zusammenfallen. Dabei zählt die Besiedlung und Nutzung von Holz als Nahrungsquelle zu den grandiosen evolutiven Neuerungen unter den Muscheln. Während die beiden Kalkschalen bei den meisten Muscheln primär dem Schutz des Weichkörpers dienen, wandelten die Vertreter der Terediniden die beiden Klappen in reine Bohrwerkzeuge um, die nur noch den vordersten Teil des wurmartigen Körpers bedecken. Die Vertreter der heutigen Terediniden können eine Länge bis zu 20 cm erreichen. Neben den relativ kleinen Klappen bauen sie eine dünne Kalkröhre, die weniger dem unmittelbaren Schutz des Weichkörpers als der Stabilisierung der gebohrten Wohnröhre dient. Die Muscheln entwickeln sich aus Schwimmlarven. Sobald sich eine Larve auf ein dem Meerwasser ausgesetztes Holz (z.B. Treibholz) niedergelassen und in eine Jungmuschel verwandelt hat, beginnt die Muschel mit simultanen, zangenartigen Bewegungen der Schalen zu bohren. Eine kleine Öffnung im Holz genügt der Muschel, um Atemwasser mit zwei am Hinterende des Körpers befindlichen Röhren (Siphonen) aus dem Meer aufzunehmen. Die winzige Öffnung im Holz wird von der Muschel bis auf den Bereich der Siphonen mit Kalkplättchen hermetisch verschlossen, so dass der Befall von außen kaum zu erkennen ist. Im Inneren des Holzes bohrt sich die Muschel rasch in das Holz hinein. Für die Speicherung der abgeraspelten Holzfragmente steht den Terediniden eine Art Vorratskammer (Caecum) vor dem Magen zur Verfügung. Die Terediniden zersetzen das Holz chemisch mit Hilfe der Enzyme Cellulase und Glucosidase und wandeln es in Nährstoffe um (vor allem Zucker). Außerdem helfen ihnen Cellulose-abbauende, symbiontische Bakterien bei der Verdauung. Den restlichen Bedarf an Nährstoffen decken sie über die Siphonen mit der Aufnahme von Nahrungspartikeln und Nährstoffen aus dem Meerwasser. Die rasche Bohrtätigkeit und Zersetzung des Holzes ist darauf ausgerichtet, möglichst schnell die Fortpflanzungsreife zu erreichen. Eine einzige Teredo -Muschel produziert im Jahr zwischen 1 und 5 Millionen Eier und garantiert so eine große Nachkommenschaft. Muscheln können seit etwas über 200 Millionen Jahren harte Gegenstände anbohren. Zunächst bohrten sie jedoch nur kalkige Substrate wie Gesteine oder Skelette von Korallen und Mollusken an. Holzbohrende und sich von Holz ernährende Muscheln wie die Terediniden sind erst seit der Kreidezeit sicher bekannt (seit etwa 90 Millionen Jahren). Unser Fossil des Monats aus dem Pliozän von Spanien ist ein seltener Beleg für fossile Terediniden-Wohnröhren. Erhalten sind nicht die Muscheln selbst, sondern nur die Ausfüllung der Wohnröhren. Eine genaue Bestimmung der Gattung ist deshalb nicht möglich. Die Entstehung des Fossils muss man sich folgendermaßen vorstellen: Im damaligen Meer wurde ein Stück Holz von Bohrmuscheln stark angebohrt. Das Holz sank zum Meeresboden, wo das Holz von feinkörnigem Schlamm zugedeckt wurde. Der Schlamm füllte auch die Wohnröhren der Bohrmuscheln. Die Kalkschalen der Muscheln wurden aufgelöst. Die zwischen den Bohrgängen verbliebenen Holzpartien verrotteten allmählich im Sediment, während gleichzeitig die Schlammfüllungen der Wohnröhren versteinerten. Vom ehemaligen Holzstück sind heute nur noch kleine Reste als Abdruck vorhanden. Nach der Freilegung des Stückes aus dem Gestein weisen auf die frühere Existenz des Holzes also nur noch die bizarr frei im Raum stehenden Wohnröhren-Ausfüllungen hin. Winfried Werner, München
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Liebe Sammlerkolleginnen und Kollegen, liebe Leser des Leitfossils, es ist wieder ein neues Steinkern-Heft aus dem Druck gekommen! Mit Ausgabe Nr. 12 (1/2013) erscheint "Der Steinkern" zum Jahresauftakt in einem neuen Gewand - es war auch wirklich an der Zeit, das Layout des Titelblattes zu optimieren, um das abgebildete Fossil noch stärker als vorher zur Geltung zu bringen. Inhaltlich bietet das Heft wieder viel Spannendes für Sammler von Kreide, Jura und Trias-Fossilien. Die Themenangabe können Sie der untenstehenden Grafik entnehmen. Neben den genannten Berichten sind - wie immer - einige Kurzartikel enthalten. Für das in der obigen Werbung ausgesprochene Angebot eines kostenlosen Probe-Exemplars zum Kennenlernen des Steinkerns gilt: Wir schicken es gerne, jedoch nur einmal pro Haushalt und auch nur, wenn Sie bislang noch keine Steinkern-Hefte bezogen haben. Eine freie Auswahl der Heft-Nummer ist nicht möglich, wir schicken ihnen ein für die Qualität der Publikation repräsentatives Heft aus unserem Restbestand der bisherigen Ausgaben. Wir bitten zu beachten: Ins Ausland können wir nur gegen Erstattung der anfallenden Portokosten von 3,45 Euro versenden. Innerhalb Deutschlands ist die Sendung für Sie gänzlich kostenfrei. Bestellungen von Heft 12 (9 Euro zzgl. 1 Euro Versand), des Abonnements oder sonstiger Ausgaben der Steinkern-Zeitschrift können Sie, genau wie die Anforderung eines Probe-Exemplars oder Fragen zum Steinkern-Heft, an folgende Emailadresse schicken: service@der-steinkern.de Wir werden jede Anfrage / Bestellung rasch bearbeiten. Vielen Dank für Ihr Interesse! Ein erfolgreiches Sammeljahr 2013 wünscht Ihnen Sönke Simonsen (Herausgeber der Steinkern-Zeitschrift)
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Das Fossil des Monats Januar: Kleinriff von Wurmschneckenröhren der Art Vermicularia recta OLSSON & HARBISON, 1953 Oberpliozän; Caloosahatchee Formation (absolutes Alter ca. 1,6 Millionen Jahre) Breite 33 cm. © Paläontologisches Museum München. BSPG 2012 I 70.
Die meisten Schnecken bewegen sich kriechend fort und leben also frei beweglich. Es gibt aber auch einige wenige Schnecken, die sich auf festen Unterlagen festheften und sogar riffartige Strukturen aufbauen können. Zu diesen zählen die im Meer lebenden Wurmschnecken. Diese Wurmschnecken kommen in wenigen Untergruppen (Familien) der Schnecken vor. Unser Fossil des Monats gehört der Gattung Vermicularia an, die den Turmschnecken (Turritellidae) zugerechnet wird. Während die meisten Turmschnecken eine fest aufgewundene, hochgetürmte Schale besitzen, baut Vermicularia eine wurmröhrenartige Schale, die oft unregelmäßig korkenzieherartig entrollt ist. Das Monatsfossil ist ein etwa 3,5 Millionen Jahre altes Schneckenriff, das von zahlreichen Röhren der Art Vermicularia recta gebildet wird. Die Spitzen der röhrenförmigen Schalen weisen nach unten, während die Öffnungen nach oben orientiert sind, wo die Tiere mit dem Meerwasser in Kontakt standen. Anders als die meisten Schnecken ernährt sich Vermicularia filtrierend, das heißt, das Tier filtert Nahrungspartikel aus dem Meerwasser heraus. Hierzu teilt Vermicularia mit dem muskulösen Fuß den Eingang der Mantelhöhle in eine Ein- und eine Ausströmöffnung. Über die Einströmöffnung wird Meerwasser zugeführt. Die Nahrungspartikel (z.B. Plankton) werden von der Kieme mit Hilfe von Schleim herausgefiltert und am Grund der Mantelhöhle in einer Rinne gesammelt. Diese Nahrungsrinne führt zur Schnauze des Tieres und die Nahrung wird dort mit der Raspelzunge aufgenommen. Die Schnecke entsorgt das verbrauchte Wasser und Kot über den Ausströmkanal. Die Arten der anderen großen Gruppe festsitzender Wurmschnecken (Vermetidae) ernährt sich nicht filtrierend, sondern fängt das Plankton mit Schleimnetzen. Jugendliche Wurmschnecken leben noch frei beweglich, setzen sich dann aber fest und zementieren ihre Schale auf einen stabilen Untergrund. Dabei wird die zunächst noch fest aufgewundene Schale später meist korkenzieherartig bis fast gestreckt entrollt. Beim vorliegenden Stück sind die noch fest aufgerollten frühen Windungen an der Spitze der Röhren abgebrochen. Die Entrollung wird notwendig, weil die dicht aneinander sitzenden festgehefteten Tiere während des Wachstums ihre Mündung nach oben zum Meerwasser hin orientieren müssen. Wurmschnecken bilden jedoch keineswegs immer Riffe, sondern kommen in der Regel vereinzelt vor. Wurmschnecken sind in heutigen Meeren der gemäßigten bis tropischen Breiten weit verbreitet. Begründet durch ihre festsitzende Lebensweise sind Wurmschnecken die einzigen Schnecken, die Riffe aufbauen können bzw. zur Riffbildung beitragen. Schneckenriffe gibt es beispielsweise auch im Mittelmeer etwa an den Küsten Siziliens. Vermicularia ist seit der frühen Erdneuzeit (Känozoikum) gut bekannt. Die ältesten möglichen Vertreter der Gattung Vermicularia sollen aus dem mittleren Jura Indiens stammen. Andere Autoren halten Vermicularia für viel jünger mit den ältesten sicheren Vertretern aus dem unteren Miozän (ca. 20 Millionen Jahre). Schneckenriffe sind im Wesentlichen ein Phänomen der Erdneuzeit. Alexander Nützel, München
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